Feldenkrais & Focusing 

 

 Körperübungen sinnstiftend in Lebensthemen einbinden.

 

 

„Alles und Jedes wird von unserem Körper auf eine verwickelte Art gelebt. Der Körper spürt eine Situation direkt.“ Gene Gendlin

 

Dieses „verwickelt gelebte“ kann sich in einer Körperhaltung, in einer Geste/Bewegung, durch unseren Atemraum, wie wir unser Gleichgewicht halten, in dem Maß der Anstrengung, oder, ob wir in uns ein Zentrum spüren, ausdrücken. Jedes Gefühl, jeder Gedanke findet bewusst oder unbewusst in unserem gesamten Organismus seinen Ausdruck. Wir können unsere Erfahrungen sowohl in der Sprache, als auch körperlich symbolisch ausdrücken.

 

„Das universelle Symbol ist in den Eigenschaften unseres Körpers, unserer Sinne und unseres Geistes verwurzelt, die allen Menschen gemeinsam sind.“ Erich Fromm

 

Wir wollen die körperliche und sprachliche Fähigkeit zu symbolisieren nutzen, um Verwicklungen, Unklarheiten oder Anliegen weiter zu entwickeln. Des weiteren wollen wir diese Fähigkeiten nutzen, um Körperübungen von ihrem Übungs- und Trainingscharakter zu befreien und sie sinnstiftend in Lebensthemen einbinden.  

 

 

 

 


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Die Atmung: Freiraum schaffen für schwierige Situationen

 

Stecken Sie in schwierigen Situationen wie z.B. Streit, Nein-sagen müssen, Behörden, das Gefühl keine Unterstützung oder Anerkennung zu bekommen,…, fest? Haben sie das Gefühl, dass bestimmte Situationen Ihnen keinen Spielraum lassen?

Wie lassen sich Probleme, die mit Nachdenken oder dem logischen 1x1 nicht lösbar sind, weiter entwickeln?

Wenn wir mit unseren Anliegen von der denkenden, bewertenden auf eine körperliche, spürbare Ebene wechseln, können sich z.B. durch Atemübungen Freiräume ergeben, die wir nicht denken können.

 

Warum die Atmung? Reicht es nicht aus, wenn wir einfach nur atmen?                                                                                                            Es gibt keine richtige Art zu atmen. Die Art , wie wir atmen ist Ausdruck unseres inneren Zustandes, unserer Einstellung und wie eine Situation in uns ist. 

Es gibt Atemlektionen, die es uns ermöglichen, unsere anatomisch angelegten Atemräume zu nutzen. Wenn wir die gewonnenen Atemräume in den Kontext unserer persönlichen Situation nehmen, können wir unserer anfänglich als schwierig erlebte Situation diese gefühlten Atemräume gestatten und spüren, wie sich für die Situation neue Freiräume ergeben. Wir versuchen aus diesen Freiräumen frische, stimmige Worte für das Neue zu finden. Dadurch bleibt die Atemübung nicht allein eine Körperübung, sondern bekommt Sinn und Nützlichkeit für das Weiterkommen in einer Situation.

 

 

 


Greifen: Festhalten oder Loslassen?

Wenn das Alte nicht mehr stimmt und das Neue noch nicht greifbar ist.

  

Das Öffnen und Schließen der Hand ist biomechanisch betrachtet nur eine Bewegung - allerdings mit hohem Symbolwert. Je nach Situation ist eher das Greifen oder das Lösen der Hände von Bedeutung. Wir können etwas greifen, begreifen, erfassen, festhalten, brauchen, haben wollen, sich nehmen, verstehen, klammern oder los lassen, gehen lassen, verlieren, verzichten.

Diese Themen sind  besonders in Übergangssituationen wie Schulabschlüsse, Berufswechsel, Trennungen, Neuanfänge, Entscheidungen, Wechseljahre, Renteneintritt oder ganz allgemein, wenn das Alte nicht mehr stimmt und das Neue noch nicht greifbar ist, von Bedeutung. 

Bewegungslektionen, in denen die Hände in den Fokus rücken, helfen zu spüren, was sich stimmig anfühlt. Für das Gespürte die richtigen Worte zu finden, hilft dem Denken und dem Verstand die persönliche Situation weiter zu entwickeln. 

 

Der Körper ist in der Tat ein Symbol der Seele.  Erich Fromm

 

Durch unsere kulturelle Selbstverständlichkeit lesend und schreibend bzw. tippend mit der Welt verbunden zu sein, sind unsere Hände mit unseren Gedanken verknüpft. Sie sind sozusagen Werkzeuge des Geistes. Dadurch geht uns leicht das Gefühl, dass die Hände über die Arme mit den Rumpf verbunden sind, verloren.

Wenn wir nur mit den Gedanken, nicht mit dem ganzen Körper, der ganzen Persönlichkeit „dabei“ sind ist es wie: "ich habe verstanden, was ich machen soll, ich spüre aber nicht, was das mit mir zu tun hat .“

Eigentlich sollte ich wollen: Überflüssiges loslassen, negative Gedanken ziehen lassen, auf Unvernünftiges verzichten, nehmen, was mir gut tut, eine komplexe Situation erfassen, begreifen, was passiert ist, … .

Wie komme ich zu dem Gefühl von Machbarkeit, Handhabbarkeit, zu einem Gefühl des stimmigen loslassen Könnens, ohne den Beigeschmack von Verzicht und Verlust, zu einem Gefühl, was ich wirklich brauche und mir nehmen kann.

 

Zuerst wollen wir mit Körperübungen ein Gefühl für unsere Hände, Arme und deren Verbindung zum Rumpf aufbauen. Mit diesem Gefühl wollen wir uns unseren Anliegen, Themen, Projekten, Situationen zuwenden und diese weiter entwickeln.

  

 

 


Gehen: Wie geht’s weiter?

Schritt für Schritt, spürbare Veränderungen, die zu mir passen

 

 „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ Georg Christoph Lichtenberg

Veränderungen stehen an – aber wie? Was macht Sinn? Wenn wir  unsere Anliegen nicht nur auf der denkenden, bewertenden Ebene bearbeiten, können wir die spürbare, Unterstützung des Bodens, der uns ein Gefühl von Sicherheit gibt, mit einbeziehen. Es wird leichter spürbar, was wirklich „meins“ ist, was weder über- noch unterfordert, was machbar und handhabbar ist.

Körperübungen, die den Boden unter uns und das Gehen im Fokus haben, helfen uns, dieses Gefühl von Sicherheit und Unterstützung zu etablieren.

 

Für das Gespürte die richtigen Worte zu finden, hilft dem Denken und dem Verstand unsere persönliche Situation weiter zu entwickeln. Die Körperübung kann in unsere persönliche Situation integriert werden. 

 

Gehen ist mehr als eine Grundbewegungsform Gehen impliziert eine Absicht, eine Richtung und einen Untergrund. Mit den Augen erkennen wir die Richtung, unsere Absicht gibt uns eine innere Richtung. Die Absicht kreiert die Situation und damit den Weg, ein Start und ein Ziel. 

Gehen ist Mobilität, die Freiheit aufzustehen, einfach loszugehen, dahin, wohin einen die Füße tragen, unabhängig von jemand anderem. 

 

 

 


Gleichgewicht: Balance & Stehvermögen in Konfliktsituationen

 

Suche nach der Ruhe, aber durch das Gleichgewicht nicht durch den Stillstand deiner Taten. Friedrich Schiller

 

Wer kennt das nicht, dieses Hin und Her in Konfliktsituationen? Die Rahmenbedingungen lassen keine Entscheidung zu, durchhalten ist nötig. Anstatt Anstrengung und Verbissenheit sind Stehvermögen und inneres Gleichgewicht gefragt.

 

Körperübungen, die den Boden unter uns und das leichte, aber stabile Stehen im Fokus haben, helfen uns, dieses Gefühl von Stehvermögen ohne Anstrengung zu etablieren. Für das Gespürte die richtigen Worte zu finden, hilft dem Denken und dem Verstand unsere persönliche Situation weiter zu entwickeln. Die Körperübung kann in unsere persönliche Situation integriert werden.

 

Gelungene Balancen gehen mit der Reduzierung von Stressempfinden einher.

Die Art und Weise wie wir im Schwerfeld der Erde unser Gleichgewicht suchen, drückt sich in unserer Körperhaltung aus. Wohl nirgendwo sonst wird die Verknüpfung zwischen unserem körperlichen, emotionalen und mentalen Sein so offensichtlich wie in unserer Haltung. Sortieren wir uns für den Umgang mit der Schwerkraft neu, wirkt sich das nicht nur körperlich aus, indem wir unsere Haltung verbessern.

 

Gleichgewicht finden bedeutet, Instabilität bewältigen und einen Zusammenhang herzustellen.

 

Wir sind oft überrascht, wie unterschiedlich wir in verschiedenen Situationen reagieren. Je nachdem wodurch unser geistiger oder körperlicher Zustand gerade beeinflusst wird, tritt einer unserer vielen Gemütszustände in den Vordergrund und übernimmt dabei die Führung über Gedanken, Gefühle, Verhalten und Körperhaltung. Je mehr wir uns in Gedanken oder Emotionen verstricken, desto mehr geht das Gefühl für unseren Körper und damit für die Gegenwart verloren. Das heißt nicht, dass diese Gedanken oder Gefühle nicht wichtig wären, sie filtern unsere Wahrnehmung aber auf eine bestimmte Art und Weise.

 

Weil wir und unsere Umgebung uns ständig verändern, gilt es unsere Lebensthemen immer neu auszubalancieren. Lebensbalancen herzustellen ist eine lebenslange Aufgabe.

 

 

 


Anstrengung: Was brauche ich wirklich, um zufrieden zu sein?

Das richtige Maß finden

 

 „Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl“ Benjamin Franklin

 

Fühlen sie sich am Ende eines Arbeitstages erschöpft und leer? Haben sie sich für das Erreichen ihrer Ziele angestrengt und sind trotzdem nicht zufrieden?

„Anstrengung ist nicht das Gleiche wie Können“, pflegte Mosche Feldenkrais, der Begründer der Feldenkrais-Methode, zu sagen. Anstrengung erhöht nur die Spannung, nicht aber die Wirksamkeit von Koordination und Können.

 

Viele von uns sind entweder angespannt oder schlaff. Für manche Leute ist Entspannung, wie ein Ballon, aus dem die Luft rausgelassen wurde. Wir suchen etwas in der Mitte, was keine Anstrengung aber auch keine Schlaffheit ist. 

Körperübungen, die Koordination, Leichtigkeit und Stabilität im Fokus haben, helfen uns das Gefühl von Können und Zufriedenheit zu etablieren. Für das Gefühlte die richtigen Worte zu finden, hilft dem Denken und dem Verstand zu erkennen, was wir brauchen, um zufrieden zu sein. Die Körperübung kann in unsere persönliche Situation integriert werden. 

 

 

 



Komplexität koordinieren: Unstimmigkeiten handhaben

 

Wenn wir es und einfach machen wollen, sagen wir einfach, das ist ziemlich kompliziert. Ernst Ferstl

 

Haben Sie das Gefühl, das etwas nicht stimmt? Etwas nicht zusammenpasst?

Etwas ist zu groß oder zu klein, etwas fehlt oder ist zu viel, etwas schmeckt nicht, ist unverdaulich oder sogar giftig, ist nicht versteh- ,nicht handhabbar, nicht erlaubt oder andere machen nicht, was sie sollen? Sie können es deutlich spüren, wissen aber nicht was es ist?

Wie können wir komplexe Zusammenhänge unmittelbar erfassen und aus ihnen Erkenntnisse und Handlungsmöglichkeiten gewinnen? 

 

 

Körperübungen, die Koordination im Fokus haben, helfen uns ein Gefühl für Stimmigkeit zu entwickeln.

Für das Gespürte die richtigen Worte zu finden, hilft dem Denken und dem Verstand zu erkennen, was zusammen passt oder wie Unpassendes koordiniert werden kann. Die Körperübung kann in unsere persönliche Situation integriert werden.

 

 

 


Wir suchen nicht irgendein mehr, sondern nur das, was löst und klärt, was vorher festgefahren, verwirrt oder unmöglich war.

 

Wie können wir wissen, was das sein soll?

 

Nur durch das Erleben des Klienten. Wenn das Erleben sich fortsetzt, stellt sich ein klares und eindeutiges  Gefühl der Erleichterung ein. Es fühlt sich entspannter, befreit und lebendig an. Selbstverständlich sind diese Schritte oder Fortsetzungen nicht logisch abzuleiten. Keines  unserer theoretischen Konzepte ist spezifisch und komplex genug, um den Facetten, die  ein Mensch erlebt, auch nur nahe zu kommen. Logik und Theorie stellen lediglich aus  einigen Aspekten des Erlebens ein generelles Muster  her.

 

Die Präsenz einer anderen realen Person sorgt zu einem großen Teil für die Wirksamkeit  der Methode. Erleben findet im  Beziehungsraum statt. Ohne Feedback gibt es jedoch keinen interaktiven Prozess, sondern nur den impliziten und schmerzhaften ungelösten Zustand.

 

Wichtig ist, dass es eine andere Person ist, deren  wirkliche Reaktionen sichtbar sind, damit durch diese das Erleben des Klienten sich  fortsetzen kann, damit der Klient auf sie reagieren kann. Nur eine reale und bezogene  Person kann so etwas bereitstellen.

Keine nur verbale Weisheit kann das.

Gene Gendlin